Musical Audio Research Station

img Das Beste an der M.A.R.S. jedoch war/ist - ausser dem Klang - daß die (Edit20/ARES-) Konfigurationen als MIDI-File gespeichert werden können. Das machte dieses System zum leichtesten und transportabelsten System seiner Zeit. Die M.A.R.S. ist geräuschlos, da sie keine Lüfter hat. Die gebotenen Möglichkeiten waren in solchen Dimensionen vorher nicht denkbar. Das Software Interface wurde in Max programmiert und so konnte ich sogar mit meinem ersten Laptop (einem Apple C540) und der M.A.R.S. als Handgepäck in die USA fliegen. Es war oft unglaublich in den Konzerten, denn solche Klänge wie Realtime-Sampling, Granularsynthese, Physical Modeling (Bild) etc. hatten die meisten der Konzertbesucher niemals vorher gehört!

Durch das elektronische Studio der Akademie Basel und namentlich durch Thomas Kessler kam ich zur M.A.R.S.. Wahrscheinlich 1991. Wir machten damals im Studio eigentlich alles mit der M.A.R.S.. Das Studio hatte zwei und ich eine. Ich glaube, es gab neben mir nur 4 oder 5 Privatpersonen, die eine M.A.R.S. besassen. In der Regel kauften Studios oder Hochschulen dieses Instrument. Eine der letzten M.A.R.S. sah ich Ende der 90er - die habe ich im Freiburger Experimentalstudio des Südwestfunks (Strobel-Stiftung) - damals unter André Richard - eingerichtet.

imgDie M.A.R.S. klang so gut - und jetzt kommt DAS Kriterium überhaupt -, daß Karlheinz Stockhausen , als er das elektronische Studio Basel besuchte und wir ihm Ringmodulatoren für eine anstehende Mixtur Aufführung auf der M.A.R.S. programmiert hatten, nach dem Hören sagte, sie seien genauso gut wie die analogen (Riesenringmodulatoren), nur rauschten sie weniger. Wer auch nur annähernd eine Vorstellung von Karlheinz Stockhausens Verhältnis zu seinen Ringmodulatoren erahnt, weiss, was das bedeutet. Die M.A.R.S. war geadelt. Auch der andere Titan, Luciano Berio, arbeitete gelegentlich in Paliano mit der M.A.R.S. an seinen Werken.

Für mich war die M.A.R.S. die Tür zu meinem eigenen Weg in der Elektronik.

ARES

Die unterste Ebene bildeten die Algorhythms (Bild 1 und 2). Hier wurde die Realisation im Kern programmiert. imgAuch wenn es freundlich aussieht und übersichtlich scheint - die Programmierung war ziemlich "tricky". Alles musste irgendwie definiert werden. Eines der Grundprobleme (wohl auch für´s frühe Aussterben): es gab nur fixed point algorhythm - keine floating points. Das bedeutet (hoffentlich sag ich´s richtig), daß es nur Zahlen zwischen -1 und 1 gibt - alles andere muss mit Formeln über Tables (Bild) erzeugt werden. imgDa raucht die Birne. Die Algorhythms werden in Tones gebunden. In der Tones-Ebene werden einige MIDI Adressierungen und vor allem Kanäle festgelegt. Die Tones werden dann in Orchestras ins Bus-System gebetet und verschaltet. Es gibt 8 In- und 8 Outputs.

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Das die M.A.R.S. auch wissenschaftliche Ambitionen unterstützen sollte zeigen auch die schönen Oszillographen.

Ich muss mal in der Kiste mit den M.A.R.S. Unterlagen stöbern. Bis dahin gibt es hier den alten Original-Text (obwohl ich bei der Nennung der M.A.R.S. Besitzer immer unterschlagen wurde - sie haben mich immer mit dem Studio Basel zusammengeworfen - die M.A:R.S. wäre sonst wohl auch viel teurer gewesen... ;-).

Hier ist eine Abschrift des ersten Werbe- und Informationstextes von IRIS. Von der Edit20 Software habe ich leider keine Bilder (Atari-Zeiten).