Die DAW
DAW wikipedia
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Das wir heute mit diesem Equipment arbeiten können, empfinde ich wie einen grossen politisch/sozialen Schritt. Während früher höchste Qualität nur bei Institutionen, in Studios oder bei Millionären verfügbar war - man musste also Klinken putzen, Tests bestehen und sich durchaus verbiegen - ist es heute wirklich zugänglicher geworden. Ausserdem ist es in einer Kiste untergebracht, nicht auf mehreren Etagen.
Umriss der Anforderungen: die DAW soll als elektronisches Instrument mit Einzelausgängen arbeiten und gleichzeitig alles mitschneiden können, auch die beteiligten akustischen Instrumente. Gleichzeitig soll sie für den Alltag (immer noch Stereo!) optimiert sein -
als Produktions-Studio, mit allem, was dazugehört (einschlieslich Mastering) - die Qualität möglichst audiophil, mit hoher Auflösung (bis 192kHz). Umverkabelungen sollten möglichst selten nötig sein, es braucht aber ein Steckfeld zum Einbinden externen Equipments und für die Einzelausgänge. Zuletzt muss auch die Mobilität gewährleistet sein - dazu gehört geringe Grösse, ein geringes Gewicht und ein möglichst simpler Auf-und Abbau.
Mit der, im Folgenden beschriebenen, exklusiven, aber durchaus reduzierten Hardware lässt sich mit bis zu 32 Kanälen IN/OUT, technisch in einer Referenz-Klasse arbeiten. Von den 16 analogen Eingängen sind in meinem Fall 12 mit Mikrofon-Vorverstärkern ausgestattet. Vier davon lassen sich auch als DI-Box nutzen. Für Stereo-Anwendungen gibt es einen analogen 8 Kanal Summierverstärker. Vier individuell einstellbare Kopfhörer-Verstärker sind integriert, sowie Speaker A/B- und Mono-Schaltung. Zwei zusätzliche digitale Eingänge (D-Box) ermöglichen, weitere Abhörpunkte zu setzen und es gibt sogar ein eingebautes Talkback-Mikrofon.
Metric Halo ULN-8 und Metric Halo LIO-8 sind Audio-Interfaces der Extraklasse und das Herz meiner DAW. Es sind Alleskönner: phantastische Mikrofon-Vorverstärker (wirklich Weltklasse) können softwareseitig
durch Emulationen (physical models) berühmter Hardware-Vorverstärker gefärbt werden, AD-DA Wandlung, die ihresgleichen sucht, interne 80 Bit Verarbeitung mit eigenem Prozessor, Hard- und Software hervorragend konzipiert, stabil - und dazu ein Kopfhörerverstärker, der sogar Hifi-Freaks jubulieren lässt. Selbst die zwei integrierten DI-Eingänge sind besser als üblich - diese Geräte scheinen beim ersten Blick gross und teuer, doch bei genauer Betrachtung sind sie klein und extrem preiswert! Sie ersetzen Hardware, die - in vergleichbarer Qualität - mehr als 10x teurer ist und in riesigen und schweren Flightcases transportiert werden muss.
Die zu den Metric Halo Audio-Interfaces gehörende Software Console V5 ermöglicht mit Hilfe von PlugIns eine freie Konfigurationen der Audiokarte als Mischpult,
das sich auf den wichtigsten Positionen in Echtzeit regeln lässt. Ausserdem lassen sich mit Console V5 auch über 100 Spuren gleichzeitig mitschneiden. Eine DAW Host-Software wird also erst beim Editing nötig.
Monitoring, MS Schaltung, analoge Summierung und ähnliches sind mit Console V5 auch möglich - sie werden über die Software eingerichtet. Eine Fülle feinster PlugIns (EQ, Compressor, Limiter, Gate, Delay, Reverb, Transient-Designer etc.) werden teilweise samt guter Presets mitgeliefert. Live-, Editing- oder Mastering-Setups lassen sich speichern und abrufen.
Besondere Ideen lassen sich auf der "Graph-Ebene" umsetzen: ganze Studioprozessoren lassen sich mit den "Building-Blocks" bauen. Auch die kleineren Audiointerfaces von Metric Halo sind vorbehaltlos zu empfehlen. Meine nun 10 jährige Erfahrung mit dieser Firma und ihren Produkten - inzwischen hervorragend durch Anne Goerth und Stefan Bahr in Deutschland vertreten - ist ohne Vergleich - und diese Audio-Interfaces sind wirklich ein Geniestreich!
Mit SpectraFoo bietet Metric Halo auch noch eine phantastische Analyse-Software an, die diese Geräte auch für Tontechniker zu einer ersten Wahl machen. Für die meisten dürfte die Standard-Version der Software genügen - hiermit ist wirklich perfektes Metering möglich! Es gibt auch eine Full-Version, mit der sich sogar Säle ausmessen lassen.
Als sehr hochwertiges und praktisches Backend hat sich die Dangerous D-Box bewährt. Sie bietet ausser dem sogenannten „Konsolen-Sound“ genau die Dinge, die als Erweiterung eines Audio-Interfaces sinnvoll sind - will man nicht die Hälfte der Ausgänge des Audio-Interfaces für´s Monitoring verbrauchen.
Für Stereo-Anwendungen gibt es einen 8 Kanal Summierer, eine Speaker A/B- und Mono-Schaltung sowie ein Talkback Mikrofon. Zwei zusätzliche digitale Eingänge an einem hervorragendem Wandler lassen sich für weitere Abhörpunkte nutzen. Zwei individuell regulierbare, sehr gute Kopfhörerausgänge runden das Gerät ab. Technisch und klanglich bewegt sich die D-Box bereits in einer schwer zu übertreffenden Qualität - sie stellt eine Art Zusammenfassung des phantastischen Dangerous Music Equipments dar und ist eine echte Einstiegsdroge. Die einzig wirkliche Beschränkung der D-Box liegt darin, daß sie nicht kaskadierbar ist und somit im Summierungsweg auf 8 Kanäle beschränkt bleibt. Das kann zwar schon mal eng werden, die Alternative aber ist zig-mal teurer und wesentlich grösser und schwerer... aber man beginnt vielleicht, davon zu träumen... Die D-Box zu bauen war eine wirklich gute Idee! Auch Dangerous Music hat mit Stefan Heger eine sehr gute Vertetung in Deutschland.
Der Quantec Yardstick 2496 ist kein Hall sondern ein Raumsimulator. Der Lieblingshall vieler Hall-Hasser. Ein einzigartiges Gerät - gerade da, wo es keinen Hall braucht oder er nicht gut tut, aber der Raum nicht stimmt.
Quantec verfolgt einen anderen Weg als "die Anderen" und ist durch sein Konzept allein auf weiter Flur.
Der Yardstick 2496 hat 2 Ein- und 6 AES-Ausgänge (Surround) - er besitzt keine Wandler und nur einen Algorhythmus.
Seit der Firmware 3.x lässt sich der Yardstick über den Webbrowser editieren und verwalten. Die Entscheidung für den Yardstick fiel, weil Reverb sehr viel Rechenleistung verbraucht und modulierte Early Reflections (FX-Reverb) bei der Studioarbeit grosse Zerstörer der Transparenz sind. Insbesondere bei Produktionen mit akustischen Instrumenten ohne Effekte ist Quantec schon seit über 20 Jahren eine Hausnummer und lehrt uns, zwischen moduliertem Hall (Reverb) und phasenneutraler Raumsimulation zu unterscheiden!
Für FX-Reverbs und die Emulation anderer Studioprozessoren steht die UAD2 (siehe PlugIns) zur Verfügung. Sie ist mittlerweile ein zentraler Posten im Farbzentrum meines Setups geworden!
Damit sich die Funktionsvielfalt dieses Setups auch physikalisch bewerkstelligen lässt, ist der Euphonix MC Mix ein idealer Controller.
Bei gleichzeitigem Gebrauch des Controllers mit verschiedener Software springen die Regler auf die Positionen der aktiven Software. Zur Zeit auf jeden Fall das Nonplusultra unter den kleineren Controllers. Wer einmal mit hochwertigen Maschinen gearbeitet hat, kann mit einer MIDI-Steuerung nicht zufrieden sein: nur mangelhafte Geschwindigkeit und 128 Stufen. Euphonix bietet über 16000 Stufen. Die Ethernet-Verbindung ist über 200 x schneller als MIDI! Die Verbesserung bei der Übertragung von Sliderbewegungen ist vergleichbar mit der klanglichen Verbesserung beim Schritt von 44.1 zu 96 kHz.
Die Mamba XDB ist extra für die ULN-8 konstruiert worden. Sie bietet 16 analoge Ein- und 8 Ausgänge, sowie 8 AES-EBU IN/OUT, sowohl im Tascam- als auch im Yamaha-Format. Durch ihre geringe Tiefe (Bauweise) erzeugt sie im Case Platz für die Netzteile der anderen Geräte.
Für mich waren das Gründe für die Anschaffung, denn, audiophil betrachtet sind eigentlich zu viele Stecker im Spiel, jedoch ist die Mamba bei der täglichen Arbeit und beim Transport phantastisch. Keine D-Sub25 Stecker, die jedesmal abgezogen werden müssen! (D-Sub25 Stecker sind nicht für häufigen Wechsel vorgesehen.) Für besondere Situationen habe ich zusätzlich Stageboxes, die direkt mit den Interfaces verbunden werden.
Gerade weil die Mamba für die ULN-8 entwickelt wurde, finde ich es unverständlich, daß auf den ersten 8 Eingängen Combostecker verbaut werden. Das ist eine echte Gefahrenquelle, denn Phantomspeisung und Klinkenstecker gehören einfach nicht zusammen! XLR wäre die bessere Wahl. Um sicher zu sein, habe ich die Klinkenbuchsen der Combostecker mit Gummistopfen versehen, um Schlimmeres zu verhindern. Da das wiederum sehr einfach geht, sind die Combos nicht wirklich ein Problem.
Als analoge Ergänzung meiner DAW habe ich zwei Filterbänke, die verschiedener nicht sein könnten.
Während die extrem seltene, vornehmlich in akademischen Studios anzutreffende EMS Rehberg Analyse Filterbank "nur" das herausnehmen bestimmter Bänder erlaubt und trotz beispielloser, fixer Flankensteilheit von 40 - 57 dB, unglaublich sauber und musikalisch klingt (teure Bauteile),
ist die Sherman 1 Filterbank eine Dreckschleuder und ein Zerstörer. Sie ist eher wie die Filter eines klassischen Synthesizers ausgelegt - mit zwei 12 dB Blöcken, variabler Frequenz, Resonanz und LFO - sehr beliebt in der Pop- und Techno-Szene.
Beide Filterbänke existieren bis heute ohne digitales Pendant. Da sie komplett analog sind, gibt es weitere Einzelheiten unter dem Menupunkt Analog.
Besonders erwähnenswert sind sicherlich die DPA 4021 (3521) und die Brauner Phantheras, Mikrofone der absoluten Spitzenklasse! Meine längsten treuen Begleiter aber sind die AKG C414, auf deren Fähigkeiten ich mich immer verlassen konnte und die ich aufgrund ihrer Sachlichkeit sehr liebe.
Bei den Mikrofonen ist mir im Laufe der Zeit immer deutlicher geworden, daß es keine "genauso gut wie..." Mikrofone gibt, sondern nur gute und weniger gute! Und einfache und weniger einfache! Mehr über die einzelnen Mikrofone ist über die Hersteller-Links in der Equipmentliste zu erfahren.
Nexo hat als einziger, mir bekannter Hersteller, bezahlbare Kleinst-PA´s im Programm, die von ihrer Leistung (Abstrahlungsweite) und ihrem Klangbild an die ganz grossen Namen dieser Branche - wie MeyerSound oder D&B - heranreichen.
Mit der wirklich kleinen PS 8 ist Nexo ein grosser Wurf gelungen! Die PS 8 hat sehr klare Höhen und kann ein musikalisches, ausgewogenes und stabiles Klangbild abgeben! Der Subwoofer ist schnell und früh genug zu hören. Diese PA ist hervorragend für "instrumental" verstärkte Live-Elektronik im Kammermusik-Ensemble geeignet. Trotz der geringen Grösse leistet sie unglaubliche 1750 Watt.
Der Combo-Amp Traynor K4 - immer noch ein Geheimtip - ist (nicht nur) für´s Fender Rhodes meine erste Wahl bei Durchsetzungsfähigkeit und Klang. Dieser Amp ist eine kleine PA in einem Combo! 2 Equalizer, 3 Verstärker, 4 Kanäle, 5 Lautsprecher und sehr laute 300W (200W Low und 2x 50W High)! Seine „Ausstrahlung“ auf der Bühne ist kompakt und kräftig.
Im Studio arbeite ich seit langer Zeit schon mit den Genelec 1030A und einem Genelec 1092A Subwoofer.