Was es ist
Die Kombination der sehr satt klingenden VCO´s mit dem (zu Recht) berühmten Filter ist extrem musikalisch. Durch seine Wärme (sich addierende gerade Harmonische) ist der Mini auch ziemlich "dreckig", was zu wunderbaren Klängen führen kann. Seine Ausrichtung ist eher im Zusammenspiel der drei VCO´s - also Tunings - und Filterverläufen zu sehen. Es lassen sich auch quasi ringmodulierte Klänge durch Frequenzmodulation erzeugen, wenn Osc3 als Modulationsfrequenz für Osc1 eingesetzt wird und das Mod-Rad offen ist. Bis hin zu an kreischende E-Gitarren erinnernde Klänge werden durch den Parameter "Amount Of Contour" angeregt - durch das spezielle Verhalten des Filters wirkt Amount auch wie eine Art Drive-Regler. Über eine Rückführung des Signals in den Audioeingang lassen sich noch extremere, verzerrte Sounds erzeugen. Richtig dreckig!
Dieser Synthesizer übt eine strenge Magie aus und es ist schwer, sich dieser Magie zu entziehen. Ein eindringlicher Synthe für jede Art von Melodien, aber auch für abstraktere Klänge. Abstraktion wird vor allem durch Verstimmen der 3 VCO´s, durch Filterverläufe und den Gebrauch des Modulationsrades erreicht. Filter-Emphasis (Resonanz) und Contour-Amount sind entscheidende Parameter, die in idealer Weise den Klang dieser VCO´s ergänzen.
Auf den Fotos ist mein neuer Minimoog zu sehen, just nachdem er angekommen war. Auf den zweiten Blick ist er zwar wesentlich besser, als ich es zu erhoffen wagte - trotzdem ist aber erstmal grosser Service samt grosser Reinigung fällig. Die Tastatur bekommt neue Bushings und wird wieder ausgerichtet.
MOOG hat mich früher gar nicht so angemacht, aber schon nach den ersten Stunden mit diesem kleinen Ungeheuer hat sich das geändert. Die fehlende Komplexität gleicht er durch seine "Reichhaltigkeit" im Klang aus. Der Minimoog hat einen ganz klaren Charakter und damit auch einen extrem hohen Wiedererkennungswert!
Erweiterbarkeit
Der Minimoog Model D ist nicht so gut zu erweitern, wie sein Voyager Old School Nachfolger. Zur externen Kontrolle vorgesehen sind VCO-Tonhöhe, Cutoff Frequenz des Filters und Volumen. Hierfür können bis zu drei Pedale (Moog 958) angeschlossen werden.
Heute sehr schwer zu finden ist dieser hübsche Joystick X-Y Controller (Moog 959). Er bekommt Strom vom Mini und hat zwei Ausgänge (Kabel), die in die entsprechenden Eingänge im Mini "gepatcht" werden können.
Auch das Sequencer System - 960 Sequencer, 961 Interface, 962 Sequential Switch, womöglich im dafür vorgesehenen Cabinet - habe ich noch nie gesehen und es scheint zumindest heutzutage eher weniger verbreitet zu sein.
Ich werde in nächster Zeit untersuchen, ob sich z.B. der Doepfer A174 Joy-Stick an den Minimoog anpassen lässt (Informationen willkommen!) und freue mich auf die noch kommenden musikalischen Erlebnisse, die mir hoffentlich bevorstehen. Mehr über Moog zu einem späteren Zeitpunkt.
Hier ist ein kurzer, etwas zu leiser Clip - ein Test meiner neuen HD-Cam (Sanyo Xacti FH1):

