Analoge elektronische Instrumente

Insbesondere analoge Oszillatoren und Filter sind mir sehr wichtig, weil sie tatsächlich die Töne erzeugen, bzw. eine Verhaltensweise an den Tag legen (Filter), während digitale Klänge immer Reproduktionen von Klängen oder Verhaltensweisen sind.

Auch wenn DSP (Digital signal processing) mit einigen Segnungen verbunden ist - das Spielerlebnis, die musikalische Herausforderung und das instrumentale Empfinden sind mit analogem Equipment ungleich stärker.

Synthesizer, mit denen ich arbeite(te):

Analoge Filterbänke:


Warum ein Modularsynthesizer?

Modulare Systeme bieten einen universalen und komplett offenen Ansatz. Sie vertiefen und konkretisieren immer das Bewusstsein für klangliche Prozesse. Ein modulares System bietet alle Möglichkeiten für die Interpretation bestehender elektronischer Werke. Schaltungen können klar umgesetzt und heutzutage auch an beliebigen Punkten mit digitalen Prozessen verwoben werden. Modulare Synthesizer sind ein himmlisches Vergnügen! img

Sieht es auch für manche abschreckend aus - besonders für Einsteiger ist ein modularer Synthesizer die beste Wahl. Hervorragend auch, dass das System mit fortschreitender Kenntniss sukzessive weiter ausgebaut werden kann. Preislich dürfte ein Einstiegs-Modular-Synthesizer schwer zu unterbieten sein. Das Schwierigste zu Beginn ist, eine Auswahl an Modulen und benötigtem Zubehör zusammenzustellen. Hier empfielt es sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Es gibt verschiedene Formate, die auch untereinander gemischt werden können - manche benötigen jedoch ein anderes Netzteil. Meine erste Wahl fiel auf das MOTM Format.


MOTM

MOTM-Module werden sowohl in (DIY) Einzelteilen als auch betriebsfertig angeboten. Hauptsächlich musikalische und technische Maxime bestimmen eine konsequente Form, die durch Erfahrungen und Analyse der Fehler der früherer modularer Systeme gestärkt erscheint und gleichzeitig einigermassen günstig ist (in den 70ern waren solche modularen Systeme geradezu unbezahlbar). Vor allem ist die hohe Qualität der verwendeten Teile zu erwähnen, die auch zu einer hervorragenden Audio-Qualität führt. Ein, im Verhältnis zum verbreiteten Eurorack-, deutlich grösseres Format, welches aber eindeutig ergonomischer ist.

img Die festgelegte Erscheinungsform mit qualitativ hochwertigen, bedruckten Frontblenden lässt das ganze Instrument immer als Einheit erscheinen. Die Breite der Module ist so abgestimmt, dass 10 MOTM-U 19 Zoll ergeben. Die meisten Module sind 1 oder 2 MOTM-U breit. Die Höhe der Module ist 5 HE (22,225 cm). Die Bauweise ist beeindruckend robust und dadurch wohl auch lange haltbar. Ein weiteres Argument für MOTM ist die Möglichkeit, es relativ einfach mit anderen +/-15V Formaten mischen zu können.

Die MOTM-Szene ist stark von DIYern dominiert, aber auch als Ahnungsloser - Löten ist einfach nicht meine Sache - kann man Menschen finden, die die gewünschten Module herstellen. Die in den MOTM-Modulen verwendeten Schaltungen können (technisch) komplett eingesehen werden - auch das ist ein zentraler Aspekt bei MOTM. Hier ist ein wirklicher Vorzug dieses Formats - es lässt sich praktisch alles portieren, wenn es jemand bauen kann. Neue Frontplatten lassen sich relativ einfach erstellen. So existieren auch manche exklusiv freigegebene Platinen, wie ein LoPassGate von Don Buchla, für die es auch bereits Frontblenden gibt. Manche Firmen bieten ihr beliebtestes Modul direkt im MOTM Format an, wie Cynthia den Zeroscillator. Einige der populärsten MOTM-Schaltungen entstammen den Forschungen des Nürnberger Elektronik-Gurus Jürgen Haible, von dem ich meine erste Reihe Module bekam. Dieser Mann scheint so ziemlich jedes gute Gerät seit mindestens den sechziger Jahren analysiert und technisch nachvollzogen zu haben!

Auf diesem Foto lässt sich die hervorragend, in diesem Fall von Paul Darlow (Krisp1), ausgeführte Arbeit bestaunen: img die Rückseiten der Module. Unter den Platinen befinden sich teilweise Aluminiumplatten als Stabilisierung und Abschirmung gegen Einstreuungen. Die Tech-Specs lesen sich unterhaltsam: "der Regelbereich ist von 500us bis 5 Minuten" (!). Über den LFO: "The core has an astounding frequency range of 1 cycle in 30 minutes to about 2800Hz".

Aber: einen Synthesizer zusammenzustellen und in Einzelteilen zusammenzubestellen ist ziemlich anders als alle meine Synthesizer-Erfahrungen bisher. Hier sind mehr Infos über mein MOTM Modular System und was ich damit mache.